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01.05.2018 04:06 Alter: 111 days

Die Ästhetiken der Philosophischen Anthropologie


Call for Papers

„Die Ästhetiken der Philosophischen Anthropologie“

Interdisziplinäre Tagung


Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ (Gebäude „Normative Ordnungen“, EG 01, Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main)

Datum: 18. bis 20. Februar 2019

Deadline für Beiträge: 31. Juli 2018
 
Organisation:
Dr. Thomas Ebke (Potsdam), ebke@uni-potsdam.de
Dr. Tatjana Sheplyakova (Frankfurt am Main), tatjana.sheplyakova@normativeorders.net

 
Beteiligte Institutionen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Philosophie der Universität Potsdam, Helmuth Plessner Gesellschaft e.V.

 

 
I.          Zielsetzung und Struktur der Tagung

Die Tagung nimmt einen noch immer selten untersuchten Gegenstand ins Visier – die Ästhetiken der Philosophischen Anthropologie. Der Terminus „Philosophische Anthropologie“ kennzeichnet hier systematisch und philosophiegeschichtlich jene theoretische Tradition innerhalb der modernen deutschsprachigen Philosophie, als deren renommierteste Vertreter Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen gelten. Gerade bei diesen drei Autoren, aber auch bei ähnlich ansetzenden Denkern wie z.B. Adolf Portmann, kommen Reflexionen auf den Phänomenbereich des Ästhetischen, und dann auch auf die Künste in praxi, eher indirekt ins Spiel, nämlich jeweils unter dem Gesichtspunkt der Frage, woran genau anthropologische Differenzen des menschlichen Lebens gegenüber der Verhaltenswelt der Tiere festgemacht werden könnten. Eben dieser Ansatz macht jedoch den Ausgriff auf ästhetische Fragestellungen unumgänglich: Mit der Artifizialität, ja Gegennatürlichkeit der menschlichen Lebensweise und -praxis, mit der „Sonderstellung“ des Menschen in der Natur ist das Interesse an der Ästhetik bereits mit angesprochen und „eine besondere Beziehung zu den Künsten als ‚reinem Fall‘ menschlicher Produktivität“ (Karl-Siegbert Rehberg) gleichsam vorgegeben. An diesem bemerkenswerten Zusammenhang der Implikation der Ästhetik innerhalb der Entwürfe der Philosophischen Anthropologie setzt das Forschungsinteresse der Tagung an.

                               Die Zielsetzung der Veranstaltung ist dreifach: Im ersten philosophiehistorisch-genealogischen Tagungsblock sind die Ästhetiken der Philosophischen Anthropologie als Hintergrundfolien disziplinimmanent zu erhellen, um spezifische systematische Differenzen, aber auch Übergänge, Begegnungen und Ergänzungen zwischen den Gesamtansätzen der einschlägigen Autoren auf neue Weise sichtbar zu machen (s. II. 1). Der zweite Themenblock greift auf direkte Rezeptionslinien der anthropologischen Figuren aus, die sich in den verschiedenen kunstwissenschaftlichen Disziplinen, etwa in der Hermeneutik der Literatur, in der Phänomenologie der Bildenden Kunst oder der Tanzwissenschaft, in der Musikologie, in der Rollentheorie der Schauspiellehre oder auch der Kinematographie verfolgen lassen (s. II. 2). Im dritten Block ist ein umgekehrtes Verfahren zu erproben: Der ästhetische Diskurs und die ästhetische Praxis selbst – im Medium der Literatur, des Films, des Theaters und anderer darstellenden Kunstformen, der Architektur, usw. – sind hier auf die ihnen zugrundeliegenden impliziten anthropologischen Annahmen hin zu befragen (s. II. 3).

 

II.         Themenfelder und Frageperspektiven
 

1)          Zur Rekonstruktion der Ästhetiken der Philosophischen Anthropologie:
             Scheler, Plessner, Gehlen, Portmann

Max Scheler hat keine systematisierte Ästhetik hinterlassen. Umso mehr lohnt es sich, nach dem Rang und der Eigentümlichkeit ästhetischer Wertstrukturen innerhalb seiner Axiologie, etwa im Verhältnis zur strikt sinnlichen aisthesis, aber auch zu ethischen Gehalten, zu fragen. Ist innerhalb der axiologischen Systematik Schelers Platz für eine Hermeneutik der individuellen Erfahrung und des Verstehens von kulturellen Praktiken des Ästhetischen? Welche konkreten Kunstwerke, Artefakte, künstlerischen Expressionen hat Scheler in seinen Texten einer genaueren Interpretation unterzogen? Wie sind seine Ansätze zu einer Philosophie der Kreativität und die darin enthaltene Konzeption der „Leerräume“ menschlichen Existierens (Annika Hand) weiterdenkbar? Wie steht es hier um die Differenz zwischen einer Ästhetik der Natur und einer Ästhetik des Kunstschönen?

                               Was Helmuth Plessner betrifft, so ist die Pointe seiner differentiellen „Ästhesiologie des Geistes“ eng mit einer Valorisierung des akustischen Sinneskreises gegenüber dem Primat des Visuellen und der Sprache verbunden. Mindestens implizit legt Plessner damit eine Spannung zwischen dem zweckrationalen, aktiv(-isch)en, planvoll vorausschauenden Verhalten von Personen und ihrer rezeptiven, passiv(-iert)en, leiblich-ekstatischen Disposition an. Wie genau ist es in seiner Konzeption aber nun um den Status des Literarischen, um an Texte gebundene Expressivität, um Visualität und Akustik bestellt? An welchen „Materialien“ macht Plessner beispielsweise seine Bestimmung der akustischen aisthesis fest? Welche Nuancierungen verlangt eine ästhesiologisch begründete Musikphilosophie in Anbetracht der Unterschiede zwischen klassischen und modernistischen Kompositionsformen (siehe die Bedeutung der „atonalen Musik“ und deren Theoretisierung etwa durch T. W. Adorno)?

Über Plessners eminentes Interesse an der „Schauspielartigkeit“ personalen Verhaltens und damit am Dispositiv der Bühne und des Theaters kommt eine weitere Akzentsetzung ins Spiel. Inwieweit lässt Plessners „Anthropologie des Schauspielers“ Abstufungen zwischen verschiedenen schauspiel- und theatertheoretischen Entwürfen zu? – Zu denken ist beispielsweise an die radikale Diskrepanz zwischen der Theorie und Praxis des „epischen Theaters“ (Brecht) und der Tradition des method acting (Strasberg). Wo läge aus Sicht des Plessnerschen Denkens die Grenze des performative turn, der seit den 1980er und 90er Jahren die Kulturwissenschaften transformiert hat? Welche Phänomene personalen, menschlichen Lebens widerstehen einer Auflösung in schiere Performativität?

Besonders ins Gewicht fallen für das Tagungsthema die kunsttheoretischen und
-soziologischen Analysen Arnold Gehlens. Im Unterschied zu dem bis ins 19. Jahrhundert tragenden Realismusanspruch der bildenden Kunst schätzt Gehlen den Abstraktionscharakter der „modernen“ und (für ihn) zeitgenössischen Kunst, den er selbst aus der Perspektive der „nachbürgerlichen Industriegesellschaften“ erhellt. Zum einen fasst Gehlen die der „Daseinsmächtigkeit“ enthobenen Kunstwerke als Korrelate der Tendenz des Menschen zur „Entlastung“ von seiner biologischen Mangelhaftigkeit auf: Die peinture conceptuelle – ein D.-H. Kahnweilers Buch über Juan Gris (1946) entlehnter Begriff – spiegele die Suche des Menschen nach einer radikalen Freiheit von den „existentiellen Appellen“ der gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse. Zum anderen vertritt Gehlen die berühmt gewordene These von der „Kommentarbedürftigkeit“ der modernen Ästhetik: An die Stelle einer Ästhetik des Schöpfertums und einer Phänomenologie des Erlebens von ästhetischer „Präsenz“ müsse die reflexive (Selbst-) Erläuterung der Werke treten – eine Selbstreferenz und Autoproblematisierung, deren prononcierteste Entfaltung Gehlen im Kubismus erkennt. Können Gehlens Lektüren der kubistischen Ästhetik Validität für eine weitergreifende philosophische Reflexion der ästhetischen Moderne beanspruchen, oder sind sie zu bloß „regionaler Geltung“ (Andreas Hetzel) verurteilt? Wie haltbar ist die begriffliche Bindung von Gehlens Kunsttheorie an das Vokabular seiner philosophischen Anthropologie? Worin liegen die Differenzen zwischen Gehlens und Plessners Hochschätzung des ästhetischen Modernismus?           

In Ausweitung des Interesses auf die Schönheitserfahrung der lebendigen Natur rücken auch die Beiträge Adolf Portmanns ins Blickfeld der Tagung. Ausgehend von seinen Kategorien der „Sichtbarkeit“ und der „unadressierten Erscheinung“ ergibt sich hier der Phänomenkomplex einer merkwürdigen Schönheits- und Erscheinensordnung innerhalb der philosophischen Biologie. Portmanns Hypothesen zum biologischen Imaginären haben ihre Wirkung auf surrealistische Autoren wie Roger Caillois oder Jacques Lacan nicht verfehlt (Peter Berz). Der Gedanke einer „diagonalen Wissenschaft“, die das Thema der Anthropologie mit mikrobiologischen Problemen, etwa des Insektenverhaltens (Mimikry) umspannt, spielt hier genauso eine Rolle wie die Frage nach der biologischen wie ästhetischen Virulenz einer Unterscheidbarkeit von Mimesis und Mimikry.

 
2)            Rezeptionslinien der Ästhetiken der Philosophischen Anthropologie

In diesem thematischen Block sollen direkte Rezeptionslinien verschiedener Konzepte und Figuren der Philosophischen Anthropologie in den Theorien der Literatur, Musik, der bildenden und darstellenden Kunst nachgezeichnet werden. Wie haben relevante Philosopheme der „klassischen“ philosophisch-anthropologischen Tradition in den ästhetischen Einzeldisziplinen weitergewirkt und „Schulen“ mitausgebildet? Einige mögliche Anknüpfungspunkte seien hier skizziert: Interessant ist etwa der rege intellektuelle Kontakt Max Schelers in seinen Münchener Jahren mit Phänomenologen, die in der Kunstgeschichte und -wissenschaft zu zentralen Referenzen für eine Phänomenologie der Bildenden Kunst (Moritz Geiger) avancieren sollten. Welche Trajektorien der damals stark rezipierten Grundideen Schelers in den Methoden der deutschen Kunstgeschichte der 1920er und 1930er Jahre (Wolfhart Henckmann) lassen sich skizzieren?

                               Auch die Literaturhermeneutik (z.B. Hans Blumenberg, Hans-Robert Jauss, Wolfgang Iser) kennt einen untergründigen Einfluss philosophisch-anthropologischer Theoriebildungen: Wie etwa lässt sich beispielsweise ausgehend von Scheler, Plessner oder Gehlen an Fragen nach diegetischen Strukturen in literarischen Texten (z.B. im Anschluss an Gérard Genette) anknüpfen, denen epistemologische Unterscheidungen zwischen der „Innenwelt“ und dem „Außen“ von Narrationen, Duplizierungen der Position des „Lesers“ (inner- und außerhalb der Diegese) usw. eingeschrieben sind? Auch lässt sich etwa nach dem Stellenwert der Schriften Schelers in der russischen Literaturtheorie fragen. Wie wäre etwa der nachweisliche Einfluss Schelers, insbesondere von Wesen und Formen der Sympathie (1913), auf M. Bachtin zu bewerten? Welche anthropologischen Betrachtungen gehen in Bachtins Konzepte der Dialogizität und des polyphonen Romans, des grotesken Körpers und der karnevalesken Lachkultur ein?

                               Lohnenswert erscheint hier zweifellos auch der Blick auf die Bezüge zwischen Adornos Musiktheorie und Plessners Privilegierung der Musik als „Summum humanum“ (Monika Plessner). Darüber hinaus ist verfolgenswert, ob und wie etwa Plessners Verdikt über atonale Musik, die er zu den „Häresien“ des 20. Jahrhunderts zählte, und sein Urteil über abstrakte Malerei, die sich Plessner zufolge über die „Unvertretbarkeit“ einzelner Sinnesmodi hinwegsetzt und einem „Musizieren in Farben“ ähnelt, in der Kunst- und Musiktheorie rezipiert wurden. Welche Spuren haben Plessners Konzepte, etwa das Denken der Spannung zwischen „Leib-Sein“ und „Körper-Haben“, in den Schauspiel- und Tanzwissenschaften (Malda Denana) hinterlassen?

                               Wie schulbegründend (wenn überhaupt) waren schließlich Arnold Gehlens Analyseansätze innerhalb der Soziologie und der Philosophie der Kunst? In welchem Umfang haben Gehlens „Zeit-Bilder“ – auch vermittelt über die Arbeiten Kahnweilers – auf das Kubismusverständnis der französischen Kunstgeschichte eingewirkt? Und wie sind Gehlens Zugriffe auf Klee, Kandinsky, Mondrian, Picasso usw. von Fachwissenschaftlern, d.h. innerhalb der Kunstgeschichte und Kunsttheorie, eingeschätzt worden?

 
3)            Implizite Anthropologien in ästhetischen Produktionen und Diskursen

Losgelöst von direkten Rezeptionslinien der Philosophischen Anthropologie innerhalb der jeweiligen Kunsttheorien ist das Anliegen des abschließenden, eher experimentell angelegten Tagungsblocks, den ästhetischen Diskurs und die ästhetische Praxis auf die ihnen zugrundeliegenden „impliziten“ anthropologischen Annahmen hin zu befragen – und von hier aus Brücken zur Philosophischen Anthropologie (zurück) zu schlagen. Sowohl die Kunstgattungen als auch die zu betrachtende Zeitspanne werden dabei bewusst offen gehalten – moderne Avantgarden können hier ebenso fokussiert werden wie die Gegenwartskunst, von der ohnehin nicht klar ist, ab wann ‚genau‘ davon die Rede sein kann (Juliane Rebentisch).

            Inwieweit bietet es sich z.B. an, bei der Auseinandersetzung mit dem Formalismus in der Literatur (Viktor Shklovsky, später Cleanth Brooks) und in der Bildenden Kunst (Michael Fried, Clement) an Schelers Kritik des Formalismus in der Ethik kontrastierend anzuknüpfen (Graham Harman)? Welchen anthropologischen Zuschreibungen verdankt sich die performative Operation der Einführung der „Negation der Kunst in die Kunst“ (Niklas Luhmann), wie sie für die Ästhetiken der Avantgarde charakteristisch ist? Welche Rolle spielen schließlich die Medien und technologische Entwicklungen am Beginn des 20. Jahrhunderts, vor allem das Kino, für das „radikale“ anthropologische Denken, insbesondere in den ästhetischen Avantgarden? Hier ist etwa an Lev Kuleshov, Esfir Schub, Dziga Vertovs „Kinoki“-Gruppe u.a. zu denken, deren theoretische Konzepte und ästhetischen Experimente mit der Montage, mit Bewegung und Ton – wie das gegenwärtig erstarkte Interesse am Genre des Dokumentarischen in der Filmtheorie belegt – weit über die Zeit hinaus ausstrahlen.

            Inwiefern lassen sich darüber hinaus die für die Filmtheorie virulenten Blick- bzw. Erfahrungstheorien und Subjektdispositionen mit den von der Philosophischen Anthropologie herausgearbeiteten Rupturen in der Verfasstheit lebendiger Personen in Verbindung bringen? Reizvoll wäre z.B. eine Einschreibung der philosophisch-anthropologischen Hypothesen in die bei Filmsemiotikern wie etwa Christian Metz oder Raymond Bellour im Anschluss an Benveniste kursierende Theorie der „Enunziation“ – d.h. einer zwischen dem Äußerungsakt (énonciation) und dem Ausgesagten (énoncé) einer Aussage liegenden Duplizierung der Subjektposition, die wiederum wirkungsvoll in die Filmtheorie und Kinoästhetik – etwa als Figur der Dopplung des Orts des Subjekts (zugleich vor und hinter der Kamera) – eingewandert ist.

            In der von politischen, ökonomischen und kulturellen Krisen geschüttelten ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist es zu einer „Verschmelzung der Ästhetik mit der philosophischen Anthropologie“ (Nadezda Grigor’eva) gekommen – einer „Verschmelzung“, die, denkt man etwa an die (revolutionären) Theorien des Neuen Menschen, wie sie nicht nur in der Sowjetunion und Russland, sondern auch in Westeuropa und den USA entstanden sind, als ein globales Phänomen gedeutet werden kann. Wie ist das Verhältnis der Philosophischen Anthropologie – ihrerseits eine „Krisendisziplin“ – zur avantgardistischen Anthropologie des Neuen Menschen zu fassen? Lassen sie sich komplementär zueinander lesen? Wo sind die Konvergenzen, wo die offenkundigen Inkompatibilitäten zu sehen?

 
Einreichungen

Wir laden ein zur Einsendung von Vorschlägen für Einzelvorträge (max. 30 Minuten) bis zum
31. Juli 2018 an ebke@uni-potsdam.de und/oder tatjana.sheplyakova@normativeorders.net.
Einreichungen sollen umfassen: Name, E-Mail-Adresse, Vortragstitel, Abstract von max. 2500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und knappe biographische Informationen. Um eine Zuordnung des eingereichten Vorschlags zu einem der im Exposé unterschiedenen thematischen Blöcke wird ausdrücklich gebeten. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Sie erhalten bis zum 31. August 2018 eine Rückmeldung per E-Mail.

 
Publikation

Aus der Tagung sollen die Beiträge zu Band 9 des Internationalen Jahrbuchs für Philosophische Anthropologie (De Gruyter) hervorgehen, die in für die Publikation ausgearbeiteter Form bis zum 31. Juli 2019 vorliegen müssen.

 
Organisatorischer Hinweis

Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, die Möglichkeit der Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten durch Universitätsinstitute (Dienstreisen), Stiftungen usw. auszuschöpfen.