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02.09.2019 09:34 Alter: 15 days

Tracks in a Box - Wenn KünstlerInnen geführte Touren geben


 

Tracks in a Box - Wenn KünstlerInnen geführte Touren geben

 

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Für drei Wochen operiert "Tracks in a Box" als Zentrum für künstlerisch geführte Touren: eine Pop-Up-Galerie, ein diskursiver Raum und ein lebendiges Archiv. Die Ausstellung präsentiert zehn künstlerische Führungen von in Berlin ansässigen KünstlerInnen. In einer experimentellen Untersuchung, um diese Art von Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird "Tracks in a Box" zu einer temporären Bibliothek für Audio-Walks, selbstgeführte Erkundungen und performative Führungen - ein Lager für zehn “Tracks”, die ausgeliehen werden können. Als Raum für kollektive Forschung beinhaltet das Programm außerdem eine Gesprächsreihe mit Künstlern und Denkern, die sich mit der Schnittstelle zwischen dem Ephemeren und dem Materiellen auseinandersetzen. Weitere Informationen hier.

#AUDIO-WALK

#IN EINER GRUPPE

#MIT EINER KARTE

#EINS-ZU-EINS

#PARTIZIPATIV

#PERFORMATIV

#MIT EINEM GERÄT

#SELBSTGEFÜHRT

#ORTSSPEZIFISCH

#GESCHICHTSERZÄHLUNG

Ausstellungseröffnung: 6 Sep, 19 Uhr

NACHTSCHATTENGANG

Gabi Schaffner

Autos und Ausflugsdampfer, Teerwege und Trams, Sand und Saaten: NachtSchattenGang lädt Dich zu einer nächtlichen Reise auf eine nahe gelegene Insel ein, die normalerweise unbemerkt bleibt. Inseln sind ein Ort der Isolation; Menschen finden auf ihnen Zuflucht vor der Gesellschaft oder verlieren dort unfreiwillig jeden Kontakt zu ihr. Vor allem nachts ist sie ein ausgeprägtes Biotop. Die Nacht, die Insel und ihre Vegetation dienen als Ausgangspunkt für einen schattigen Spaziergang nach Sonnenuntergang. 

Gabi Schaffner ist als interdisziplinäre Künstlerin und Kuratorin im Bereich Radiokunst und visionäre Dokumentation tätig. Daneben ist sie bei diversen Produktionen für Deutschlandfunk Kultur in den Bereichen Feature und Klangkunst sowie für den Hessischen Rundfunk, BBC, ABC Australia und das internationale Radiokunstnetzwerk radia.fm aktiv.

DAS IST DOCH NOCH A LOVE SONG: PARADISE VERSION

Camila Rhodi

Was ändert sich acht Jahre nach der Liebe auf den ersten Blick? Vorgetragen als Liebeslied, das vom Herzen für Berlin gesungen wurde, lädt Das ist doch noch a lovesong: Paradise Version Dich zu einem intimen Audio-Walk ein. Er beginnt im Wohnzimmer der Künstlerin. Wenn Bewegungen, Begegnungen, plötzliche Freuden, Einsamkeit oder zärtliche Zuneigung wieder aufgerufen werden, erkennen wir, dass unser Körper ein Archiv ist, das sich über den Raum und den Ort den wir besetzen erstreckt. Diese Ode an Berlin untersucht die bedingungslose Liebe - und die Momente, in denen sie auseinander bricht... 

Camila Rhodi ist eine Performance- und Videokünstlerin. Ihre Performances, Videos und Multimedia-Installationen handeln von Themen wie der Liebe, Einsamkeit, sexueller Gewalt, Geschlecht und Sexualität. Sie zeigte ihre Arbeiten bereits an Orten wie dem Parallel Program of Manifesta in Russland, der Internationalen Biennale der Medienkunst WRO in Polen, Bienalsur in Argentinien, der viennacontemporary und Vienna Art Week in Österreich.

MACHT ZART -B- REICHE NACHBARSCHAFT

Gianni Maccaroni

Die eigene Perspektive zu hinterfragen ist Kernbestandteil des sozialen Diskurs. MACHT ZART kreiert eine partizipative Plattform, auf der die TeilnehmerInnen mit den eigenen inneren Bildern konfrontiert werden um den Austausch zu fördern und neue Perspektiven auf den Kiez zu öffnen. Besonders in einem Kiez, in dem die Gänze des politischen Spektrums vertreten ist, kann das Hinterfragen der eigenen Perspektive aufzeigen, wo Widerstand und Liebe sich überschneiden könnten.

Gianni Maccaroni ist ein Berliner Kollektiv, bestehend aus der deutsch-rumänischen Regisseurin France-Elena Damian, dem Architekten und Künstler Carsten Schade und der Bühnenbildnerin Maike Häber. Seit 2016 arbeiten sie zusammen mit Schauspielern, Tänzern, Performern, Dramaturgen und Alltagsexperten. Das Kollektiv wurde 2017 mit ihrem Projekt „Casino“ im Rahmenprogramm der documenta 14 in Kassel eingeladen.

SPRECHENDE HÄUSER

Wanda Dubrau

Häuser sind die Zellen einer Stadt. In ihnen schreibt sich Geschichte ein. Sie sind der Ort, wo soziale Beziehungen, Lebensformen und Zugehörigkeiten entstehen. Sie sind mehr als nur Objekte. Hauptakteure dieser Tour sind 5 Häuser in Kreuzberg. Diese 5 Häuser erzählen. Das Publikum hat die Möglichkeit sie näher kennenzulernen und hinter ihre Fassade zu blicken. Die Häuser teilen ihre Geschichten, Ängste und Errungenschaften. Sie berichten von BewohnerInnen, BesitzerInnen und BesetzerInnen. Das Publikum begibt sich auf eine Reise durch ein Kreuzberg von damals, jetzt und morgen mit einem Soundtrack ihrer Wahl. In einer Zeit der Politik der Häuser, werden diese nach ihrer Sicht auf die Dinge gefragt.

(Der Guide dieser Tour ist auch ein Haus).

Wanda Dubrau ist Performerin und Theatermacherin. In ihren Performances und Interventionen beschäftigt sie sich mit der Beschaffenheit, Gestaltung sowie der Aneignung des urbanen Raumes. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

PUDDLE WATCHING

Mirja Busch

Pfützen sind ein flüchtiges Phänomen. Dennoch haben sie feste Orte, die sie bewohnen. Ob anwesend oder abwesend - Pfützen sind mehr als nur eine Wasseransammlung oder eine impulsive Kindheitserinnerung. Pfützen haben Vorlieben, Bedürfnisse und verfolgen einer eigenen Logik. Wir laden jeden an Pfützen interessierten Menschen ein, mit uns die Vielfalt der Pfützen der Stadt zu entdecken und mehr über ihr Verhalten zu erfahren. Eine zum Walk erschienene Begleitpublikation gibt alles an die Hand, um eigenständig die Welt des Puddle Watching zu entdecken.

Mirja Busch ist Konzeptkünstlerin. In der Praxis setzt sie sich mit dem Einfangen und der Sichtbarmachung von Rand- und Hintergrundphänomenen auseinander. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der Dokumentation von Pfützen weltweit, in Form eines Pfützenarchivs. Ihre meist installativen und ortsspezifischen Arbeiten eröffnen durch einfache Aufmerksamkeitsverschiebungen neue Erfahrungs- und subtile Erlebnisräume.


BEYOND VISION

Ilona Marti

Beyond Vision ist eine binaurale Audioperformance, bei der die Teilnehmer*innen mit Kopfhörern und verbundenen Augen einzeln über das Tempelhofer Feldes geführt werden. Per Kopfhörer erhalten die Teilnehmer*innen Beschreibungen und Anweisungen, während sie gleichzeitig von einer stillen Begleitperson an die Hand genommen werden. Zusammen mit dieser unsichtbaren Begleitung begeben sich die Teilnehmer*innen auf eine Reise ins Unbekannte, auf der sie in unterschiedliche traumartige Szenerien eintauchen. Das flüchtige Erlebnis erforscht das Unsichtbare und das Unfassbare. Es ist eine Einladung sich in der Ungewissheit fallen zu lassen, sich führen und berühren zu lassen, zu vertrauen und ganz bei sich zu sein.

Ilona Marti ist eine in Berlin lebende schweizer Audioküstlerin, Sound- und Grafikdesignerin. Als Sounddesignerin arbeitet sie seit 2013 mit der Audio-Performance Remote X von Rimini Protokoll. In ihren eigenen Audio-Performances überlagert sie vorgefundene Orte mit assoziativen Geschichten und macht diese in intimem Rahmen erfahrbar.

SÜDTANGENTE 

Birte Endrejat

Mentaler und zeitlicher Brückenbau: Diese Audiotour beleuchtet den Berliner sozialen Wohnungsbau. Von Anfängen des sozialen Wohnungsbaus über die Visionen der 80er Jahre hin zu einem aktuellen Projekt einer Baugruppe und Selbstbaugenossenschaft zur Mischnutzung. Eine abstrakte Audiospur begleitet Dich an drei Orten mit Hilfe einer standortabhängigen App. Diese Spur überlagert aktuelle Beobachtungen vor Ort, mit Anliegen aus den Entstehungszeiten der Gebäude. Schaue mit Südtangente zwischen die Fassaden, umrunde die Bauten und nimm Dir Zeit, im Inneren zu verweilen. 

Birte Endrejat studierte an der Hochschule für Künste Bremen in den Bereichen konzeptuelle Zeichnung und Bildhauerei. Seit 2009 lebt sie in Berlin. Ihre Arbeiten wurden bereits in Berlin, Bangkok, Mailand, Montreal, New York und Nagoya ausgestellt.

TOPOSONIE :: ENGELBECKEN

Georg Klein

Das Engelbecken und der Luisenstädtische Kanal zwischen Kreuzberg und Mitte haben eine extrem wechselvolle Geschichte. In der Kaiserzeit aufgebrochen, in der Weimarer Zeit zugeschüttet, in einen Garten verwandelt, als Mauerstreifen wieder zubetoniert und nun ein Freizeitraum für urbane Flaneure. toposonie :: engelbecken von Georg Klein, der das Gelände seit 1987 kennt, holt die historischen Schichten wieder hervor. Er lässt Stimmen aus unterschiedlichen Zeiten auftauchen und verflechtet sie mit seinen eigenen Erinnerungen, die über eine spezielle Aufnahmetechnik in den Raum, den Ort, zurückprojiziert werden und ein irritierend, zeiträumliches Spiel erzeugen.​

Georg Klein ist mehrfach ausgezeichneter Sound- und Medienkünstler mit Sitz in Berlin. Er arbeitet hauptsächlich im öffentlichen Raum mit Installationen und Interventionen, oft mit politischem Hintergrund.

DIE STADT UND IHR GESCHLECHT – QUERGÄNGE IN BERLIN

Pia Lanzinger

20 Jahre nach der multimedialen Tour Die Stadt und ihr Geschlecht, in der latente geschlechtsspezifische Strukturen Münchens erkundet wurden, wird nun an dieses Projekt in Berlin angeknüpft. Wir suchen Orte auf, die relevante Entwicklungen im Positiven wie auch im Negativen reflektieren. Die Stadt und ihr Geschlecht - Quergänge in Berlin verbindet eine Bestandsaufnahme aktueller Errungenschaften und Diffamierungen in lustvollen Quergängen mit unerwarteten Begegnungen.

Pia Lanzinger arbeitet als Künstlerin in Berlin. Ihr Schwerpunkt liegt auf kollaborativen Projekten im öffentlichen Raum, die den Versuch unternehmen Bruchstellen und Ungereimtheiten wahrzunehmen. Ihr Ziel dabei ist ein erweiterter Blick auf alltägliche Existenzbedingungen.

THE 1984 STEP

Christoph Rothmeier

„Danke, dass Sie Play gedrückt haben. Sie können den Walkman nun an ihren Gürtel hängen!“ The 1984 Step führt Dich zurück in jene Zeit, in der der Gebrauch von Kopfhörern ein Novum war. Das für tragbare Tonbandgeräte für Kassetten konzipierte Stück inszeniert und führt in einem interaktiven Parcours durch städtische Phänomene, wie sie am Moritzplatz erlebbar sind. Zu Hören sind unterschiedliche Perspektiven auf den urbanen Knotenpunkt von realen und fiktiven Personen aus den Jahren 1984, 2019 und 2053. Minimale Richtungsangaben und verunsichernde Anweisungen führen Dich durch den Parcours.​

Christoph Rothmeier ist ein multidisziplinärer Künstler und Musiker, der für seine Arbeiten bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Seine neuesten Werke umfassen Installationen, Klangkunst, Malereien, Zeichnungen und Film. Aktuell studiert er Freie Kunst an der HfBK Hamburg und der Villa Arson in Nizza, ansässig ist er jedoch in Berlin.

von Yael Sherill, co-kuratiert von Lianne Mol

Ausstellungsdesign von​ José Délano

CLB Pop Up auf der Stadtterrasse

AUFBAU HAUS on MORITZPLATZ

Prinzenstr. 85C

10969 Berlin

‘Tracks in a Box’ ist eine Zusammenarbeit zwischen B_Tour und CLB Berlin.


Die Ausstellung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.​​​


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