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02.04.2020 09:13 Alter: 182 days

COLLECTIVE PRACTICES



Veranstaltungsreihe von April 2020 – Januar 2021
www.acudmachtneu.de

Das Programm ist offen für Vorschläge:
collective.practices@acudmachtneu.de

Eine Veranstaltung von ACUD MACHT NEU, kuratiert von Andrea Goetzke, Inga Seidler, Daniela Silvestrin

| DE

COLLECTIVE PRACTICES – neue Reihe zur Rolle des Kollektiven
Die aktuelle Pandemie-Situation hat die Rolle der Gemeinschaft weltweit in den Mittelpunkt gerückt: Die Veranstaltungsreihe im ACUD MACHT NEU erkundet bis Januar 2021 Kollektivität  in vier thematischen Explorationen und ruft zur Teilnahme auf. Im Programm von COLLECTIVE PRACTICES setzt sich ein Team von Kulturarbeiter*innen gemeinsam mit verschiedenen Akteur*innen auseinander, um kollektive Praxis im künstlerischen Schaffen, im kulturellen Organisieren und im gesellschaftlichen Zusammenleben aufzuspüren. Über vier thematische Explorationen #NARRATIVES, #KNOWLEDGES, #CARE, #RESISTANCE, sind alle Teilnehmenden eingeladen, Kollektivität zu erforschen, zu verhandeln, zu erfahren und zu praktizieren.


Kuratorisches Statement
Durch die aktuelle Pandemie Situation hat das Thema “collective practices” eine ganz neue Dimension und Relevanz bekommen. Als Experiment konzipiert, gemeinsam mehr Erfahrung in kollektiver Praxis auf verschiedenen Ebenen zu erproben, wird das geplante Projekt von einer weltweiten Situation eingeholt, in der unser aller Interdependenz so deutlich wird wie vielleicht nie zuvor.

COLLECTIVE PRACTICES war mit dem Anliegen geplant, kollektive Praxis zu erproben und dabei Fragen kollektiver Autorenschaft und gesellschaftlicher Narrative, Praktiken von Care und Solidarität, sowie Organisation kultureller Arbeit ins Visier zu nehmen. Und dabei auch Menschen in ihrem Interesse zusammenzubringen, gemeinsame Handlungsfähigkeit gegenüber neoliberalen und autoritären Strukturen und für ein Neudenken gesellschaftlichen und kulturellen Lebens und Arbeitens gemeinsam zu entwickeln. Mit dem Ausbruch von Covid-19 sind diese Praktiken schlagartig überlebenswichtig geworden. Plötzlich trägt ganz offensichtlich jeder einzelne Mensch eine Mitverantwortung für alle anderen to #stayathome. Innerhalb von kurzer Zeit haben so viele Menschen weltweit Kollektivinitiativen gestartet, die in Solidarität mit denjenigen stehen, die sowohl von der Epidemie als auch den damit verbundenen Public Health Maßnahmen stark betroffen sind - weil ihr Einkommen wegbricht, weil sie krank und isoliert sind, weil sie nicht versorgt werden etc. 

Entsprechend haben wir das COLLECTIVE PRACTICES Programm, das ursprünglich im April anfangen sollte, umstrukturiert, um “collective practices” auch auf die Dringlichkeit des aktuellen Moments zu beziehen. Anstatt die geplanten Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben, möchten wir auf diesen Moment eingehen durch ein zunächst online stattfindendes Programm, das ganz konkret auf gerade aktuelle Fragen und Initiativen kollektiver Praxis eingeht, diese unterstützt und reflektiert. Was können wir auch aus der aktuellen Situation für zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen lernen, wie möchten und müssen wir uns neu organisieren? Gleichzeitig arbeiten wir mit den bereits bestätigten Künstler*innen daran, Teile ihrer Projekte auch zu anderen geplanten Themen bereits online zu starten.


Dabei möchten wir die uns für die nächsten Wochen und Monate zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen, um aktuelle künstlerische Beiträge, praktische Erfahrungen und theoretische Überlegungen zu kollektiver Praxis, gerade auch in Bezug auf die aktuelle Situation, einbeziehen und honorieren zu können. Meldet euch gerne bei uns, wenn ihr gerade an etwas arbeitet, was für COLLECTIVE PRACTICES interessant sein könnte: collective.practices(at)acudmachtneu.de
 

EXPLORATIONS
Das Programm selbst ist ergebnisoffen, strukturiert die Thematik in vier Cluster, die “Explorations” genannt werden und experimentiert methodisch mit Praktiken aus den Sphären körperlich-emotional, kontemplativ-diskursiv, praktisch-aktivistisch und utopisch-imaginativ.

Erzählungen und Geschichten besitzen ein gemeinschaftsstiftendes Potential; sie werden genutzt, um das Leben zu beschreiben, zu verstehen und zu erklären. Im Programmteil NARRATIVES wird gefragt: Wie lassen sich als „normal“ und „gegeben“ empfundene Narrative in ihrer Entstehung nachvollziehen, verändern und wie lassen sich neue / alternative Narrative entwickeln.

KNOWLEDGES untersucht solche Wissensformen und Praktiken, die wissenschaftliche Paradigmen in Frage stellen, aufbrechen sowie verschiedene, alternative Ansätze der Wissensgenerierung zusammenbringen. Wie kann eine Neubesinnung und vor allem  eine Öffnung zu anderen Formen und Definitionen des WAHR-nehmens für die Wissensproduktion fruchtbar gemacht werden?

Wie lässt sich das Thema Fürsorge (CARE) angehen, so dass es Selfcare und die Sorge/Pflege für einander als Teil einer größeren Gemeinschaft und darüber hinaus mit unserer nicht-menschlichen Umwelt miteinander verbindet? Diese Exploration betrachtet Praktiken, die Natur und Ökologie sowie Reproduktionen und Sexualität im Lichte der feministischer, ökologischer, Queer- und posthumanistischer Theorien betrachten analysieren und neu zu erfinden versuchen.

Bei RESISTANCE geht es um zugängliche Formen des (künstlerischen) Ausdrucks, die - über ein breites Spektrum von gemeinschaftlichen Mitteln und Methoden - Opposition oder Kritik an bestimmten politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Umständen in einer Gemeinschaft ausdrücken bzw. in Aktion bringen können.

| EN

COLLECTIVE PRACTICES – new series on the role of the collective
The current pandemic situation has given a whole new dimension and relevance to the topic of collective practices: The series of events at ACUD MACHT NEU explores collectivity in four thematic explorations until January 2021 and calls for participation. Over the course of several months, this series will examine “collective practice” as it relates to artistic creation, cultural organizing and social coexistence. Together with all participating players, we, a team of cultural producers, look forward to researching, discussing, understanding and practicing collectivity across four thematic explorations #NARRATIVES, #KNOWLEDGES, #CARE , #RESISTANCE.


Curatorial Statement
The current pandemic situation has given a whole new dimension and relevance to the topic of collective practices. Originally conceived as an experiment to gain more experience in collective practices on different levels, the project is now caught up in a global scenario in which our interdependence is becoming more evident than perhaps ever before. COLLECTIVE PRACTICES was planned with the aim of focusing on issues of collective authorship and social narratives, practices of care and solidarity, and the organization of cultural production. At the same time, it is meant to unite people in their own interests to develop a common agency in the face of neoliberal and authoritarian structures, as well as a new approach to social and cultural life and work. With the outbreak of COVID-19, these practices have suddenly become essential to building a viable future together. It's become immediately clear that every individual shares a responsibility with everyone else to #stayathome. In such a short amount of time, countless people around the world have formed initiatives to support those who are infected and otherwise severely affected by public health measures, whether from loss of income, sickness and isolation, lack of care or for whatever other reason.

Accordingly, we have restructured the COLLECTIVE PRACTICES program, originally slated to begin in April, to relate the topic to the urgency of the current moment. Rather than postponing the events indefinitely, we are rising to the occasion like so many others in Berlin and around the world. This includes taking the time to reflect on current issues, observing initiatives that engage in “collective practice”, finding additional participants, and reformatting the program so that it can begin online before any in-person events take place. What can we learn from the current situation concerning future social challenges? How do we want to – and need to – reorganize ourselves? Through all of this, we are working with the participating artists as they start parts of their projects on other planned topics online.
In the coming weeks/months, we would like to use the available resources to include and reward current artistic contributions, practical experiences and theoretical reflections on “collective practice”, especially in relation to the current situation. Feel free to contact us if you are working on something that might be relevant for, or connects to COLLECTIVE PRACTICES, or just want to start a dialogue about possible approaches, themes or practices: collective.practices(at)acudmachtneu.de

 

Das Programm wird von Andrea Goetzke, Inga Seidler und Daniela Silvestrin kuratiert und ist durch eine Förderung des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht /
This program is curated by Andrea Goetzke, Inga Seidler and Daniela Silvestrin and is made possible by support from Hauptstadtkulturfonds.

Ermöglicht durch / made possible by: