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07.07.2020 09:15 Alter: 39 days

Danni Pantel – The Kids Are Having None Of It


Danni Pantel – The Kids Are Having None Of It
Einzelausstellung von Danni Pantel
17. Juli - 23. August 2020
KanyaKage Berlin

Danni Pantel, "You know, they are smoking in heaven" 2020. Copyright: the artist

Eröffnung: 16.Juli, 19 - 22 Uhr  

Ausstellung: 17. Juli - 23. August 2020

Ort: KanyaKage, Eisenbahnstrasse 10, 10997 Berlin-Kreuzberg
Öffnungszeiten: nach Absprache
Eintritt: frei


Danni Pantel – The Kids Are Having None Of It
 
In ihrer Solo Show The Kids Are Having None Of It wendet sich Danni Pantel nicht nur in der Farbgebung ihrer großformatigen Malerei für sie Neuem zu. Sie zeigt erstmalig auch Skulpturen.

Es weht ein frischer Wind in ihrer neuen Werkreihe. Wo Pantel zuletzt durch Komplementärfarben noch prägnante, ja scharfe Kontraste schuf, werden eben jene nun durch die Wahl von Pastellfarben sanfter, weicher und ruhiger, ohne dabei aber den typischen Pantelschen Punch zu verlieren. Sie verlagert diesen nur ziemlich subtil, aber dennoch bestimmt von den Farben auf die Formen, die sich so noch stärker aus der Leinwand heraus in den Raum vor ihnen stülpen und drängen.

Das Zusammenspiel von Form, Farbe und Raum und die Beziehung dieser Elemente sind in Pantels Arbeit immer eng mit ihrem Innenleben verknüpft. Es geht um innere und äußere Dynamik – um Gleichgewicht. Daraus hat die Künstlerin nie ein Geheimnis gemacht und genau hierdurch führt sie uns auch zum Titel der Ausstellung.
Im Song, ja der Hymne der kanadischen Americano-Soul Sängerin Frazey Ford The Kids Are Having None Of It  besingt diese den Aktivismus und die Power der neuen Generation.

Es ist aber ein weiteres Element, eine innere Geisteshaltung, die aus den Lyrics spricht und die wir in den neuen Arbeiten von Danni Pantel wiederfinden. Zum einem der starke Kontrast  zwischen dem Erwachsenen Ich und dem inneren Kind und zum anderen die Betonung auf das intuitive, das kindliche Sein. Ehrlich, direkt und ungeformt. Naiv in seiner Herangehensweise als ureigene Qualität des Kindes, dabei aber unendlich stärker und direkter in Ausdruck und Form.

„I’m not worried, I’m not worried“ heißt es am Anfang des Stückes bei Frazey Ford. So lässt Pantel den Lack fließen, wo er hinwill, lässt scheinbare Fehler und Zufälligkeiten im Arbeitsprozess die Körper der Skulpturen und somit den Raum erschließen und dadurch negative Formen ausbilden, die als Gegenstück zum Sichtbaren immer existieren, auch wenn wir sie sonst nicht wahrnehmen wollen, weil sie nicht dem in unserer Vorstellung zurechtgelegten Bild entsprechen, schlicht so nicht eingeplant waren. Fehler sind Fehler, weil wir sie als Erwachsene so benennen, sie sind unbedingt zu vermeiden, es lebe der Perfektionismus und die Kontrolle?

Es ist genau dieses Korsett aus dem sich Pantel im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch befreit hat. Im Loslassen erschafft sie neue Räume. Nicht ohne Provokation, aber dafür ohne Agenda und ohne Anspruch auf die alles Ursprüngliche und Freie auslöschende Perfektion.

Pantel verortet ihre Malerei und Skulpturen dabei ganz bewusst in der ureigenen kindlichen Spontanität und spiegelt in ihren neuen Arbeiten nicht nur den starken Kontrast vom Erwachsenen Ich und dem inneren Kind wider. Sie lässt es auch loslaufen mit all seiner ungeformten, unbekümmerten Kraft und Naivität.

Text: Esther Harrison
 
 

 

 

KanyaKage Art Space