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03.10.2020 11:46 Alter: 21 days

SoS (Soft Solidarity) – Assembly


*Please scroll down for English version

Öffentliche 3-tägige Zusammenkunft von Einzelpersonen und Initiativen

SoS (Soft Solidarity) – Assembly

mit Ana Alonso | Eli Cortinas (Künstlerinnen), Marwa Arsanios (Künstlerin und Filmemacherin), Jérémy Geeraert (u.a. Medibüro Berlin), Saraya Gomis (u.a. EOTO e.v.), Ayşe Güleç (Autorin/ Aktivistin), Gerhild Komander (Kunsthistorikerin), Yasin El Hajj Saleh (Schriftsteller), Klaus Lederer (Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa in Berlin), Ewa Majewska (Philosophin), María do Mar Castro Varela (Politikwissenschaftlerin), Marina Naprushkina (Künstlerin), Johannes Paul Raether (Künstler) u.v.a.m.

12. bis 14. November 2020 
Betonhalle - silent green Kulturquartier 
Gerichtstraße 35
13347 Berlin

05. Oktober 2020, 19:00 Uhr
Instagram Live Talk
Draft for a Consistent Mutation
mit Övül Ö. Durmuşoğlu


kuratiert von Övül Ö. DurmuşoğluSolvej Helweg OvesenKathrin Pohlmann im Rahmen des zweijährigen Ausstellungsprogramms “Soft Solidarity” der Galerie Wedding (2019-20)

Zur Gewährleistung maximaler Hygienevorkehrungen findet die Assembly unter strikter Einhaltung bestehender Vorschriften statt, weitere Infos unter https://www.silent-green.net/hygienevorkehrungen/

Anmeldung: SoS (Soft Solidarity) – Assembly sos.anmeldung@galeriewedding.de

Kontakt: Wayra Schübel | ++49 17624854560

SoS (Soft Solidarity) – Assembly. Neue Formen von Solidarität herstellen
Die 3-tägige SoS (Soft Solidarity) – Assembly bringt kreative lokale Kollektive, neue und alte Nachbarschaften, temporäre Gruppen und Verbündete virtuell und physisch in der Betonhalle des Weddinger silent green Kulturquartier zusammen.

Referent*innen, Organisationen und Initiativen sind eingeladen, ihre Arbeit sowie ihre Vision und Ideen von Solidarität vorzustellen. Dies dient als Ausgangspunkt, um darüber zu nachzudenken, wie die aktuelle Krise als Möglichkeit genutzt werden kann, neue Formen u.a. der Kulturarbeit, der Vernetzung, der Ökologie und des zivilen wie politischen Engagements zu denken und die dafür relevanten Strukturen und Lebensformen in der Gesellschaft mitzugestalten.

Die Idee hinter SoS (Soft Solidarity) – Assembly
Das geplante Zusammentreffen von lokalen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innengruppen in der Betonhalle des silent green Kulturquartier im Wedding bündelt einen bereits begonnenen prozesshaften Austausch von Ideen, Gedanken und Werten der Solidarität, den wir für dringend notwendig halten.
SoS (Soft Solidarity) – Assembly bildet eine soziale und diskursive Plattform als Abschluss des gleichnamigen zweijährigen Ausstellungsprogramms “Soft Solidarity” der Galerie Wedding (2019-20).

Die drei Themencluster: “Revealing Weaknesses / Degrowth”, “New Alliances / New Solidarites” und “Intimacy / Body / Spaces”
Die SoS (Soft Solidarity) – Assembly ist in drei thematische Cluster unterteilt und beginnt am 12.11. mit Keynotes, Panels und künstlerischen Statements zum Themenkomplex "Revealing Weaknesses / Degrowth": Unter Degrowth oder Postwachstum wird eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform verstanden, die das Wohlergehen aller und die Erhaltung der ökologischen Lebensgrundlagen zum Ziel hat. Dafür ist eine grundlegende Veränderung unserer Lebenswelt und ein umfassender kultureller Wertewandel notwendig. Welche Zielsetzungen können bisherige Dogmen von Expansion und Wachstum ersetzen?

Am zweiten Tag 13.11. liegt der Schwerpunkt auf "New Alliances / New Solidarities". Kollektiv arbeitende Kunst- und Kulturschaffende kommen zusammen um sich zum sich wandelnden und neu entstehenden Bedarf an gemeinschaftlicher Organisation auszutauschen und möglicherweise neue Allianzen zu bilden. Welche strukturellen Erkenntnisse aus dem Mikrokosmos des Stadtteils Wedding sind für den Makro-Bereich einer europäischen Gesellschaft anwendbar? Welche Vorstellungen von Diversität und Integration sind zu dekonstruieren um sie neu zusammenzusetzen - und wie können wir ausgehend von der Zusammenkunft auch in Zukunft weiter aufeinander zählen?

Der dritte Themenschwerpunkt “Intimacy / Body / Spaces” am 14.11. wirft schließlich neue Fragestellungen zu Unversehrtheit und Schutz von Körpern auf. Welche Konsequenzen und Erkenntnisse aus dem durch die Pandemie verursachten, globalen "social / physical distancing" spielen in Gesundheitsaspekten eine Rolle? Mit u.a. Ayşe Güleç, Aktivistin und Kulturarbeiterin für Anti-Rassismus und Saraya Gomis, Antidiskriminierungsexpertin und Co-Vorsitzende EachOneTeachOne e.V. soll der Begriff des Körpers in seiner politischen Öffentlichkeit und den vernachlässigten Schutzmaßnahmen gefasst und bewusst gemacht werden. 

Das detaillierte Programm wird im Laufe des Oktobers kommuniziert.

Die gastgebende kommunale Galerie Wedding
Die Galerie Wedding befindet sich im Rathaus Wedding und fungiert mit ihren großen Fensterfronten zum Leopoldplatz hin als Membran zwischen dem täglichen Leben, der Kunst und der Politik. Der Raum und Programm ist doch hauptsächlich für die tiefgehende, kontextspezifische soloprojekte mit lokalen Künstler*innen aus aller Welt bekannt. Darüber hinaus sind die Räume der kommunalen Galerie im Rahmen des Pandemieplans des Sozialamtes temporär (März bis Oktober 2020) umgenutzt als Wartebereich, Frontdesk und Aufrufbereich desselben.
Die Straßen und Gebäude im Umkreis der Galerie Wedding waren Anfang des 20. Jahrhunderts Schauplätze der Arbeiterbewegung des »Roten Wedding« welcher bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten eine Hochburg der KPD war. Vor dem Hintergrund dieser Geschichte der Nachbarschaft wollen wir mit Künstler*innen, Denker*innen und lokalen Basisorganisationen und Initiativen zusammenkommen, um die Bedeutung von Solidarität zu diskutieren.

Um die richtigen Fragen zu stellen, haben wir zuerst in unsere eigene Nachbarschaft geschaut:  Wer oder was macht den Wedding heute noch »rot«? Wie wird jemand in den Wedding integriert? Wie verhalten sich Menschen aus der ganzen Welt in Berlin einander gegenüber, während dieser durch Covid-19 generierten Verlangsamung der neoliberalen Gesellschaftsprozesse? Wie investieren wir in sozialer und finanzieller Hinsicht in jeden Menschen, der hier lebt, ohne jemanden zurückzulassen? Welche Geschichten und Begegnungen entstehen in diesem Zusammenhang, welche werden erzählt und welche müssen noch erzählt und gemacht werden?

SoS (Soft Solidarity) – Assembly wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Fonds für Spartenoffene Förderung Berlin.


 

English version

Public 3-Day Public Gathering of People and Initiatives

SoS (Soft Solidarity) – Assembly

With Ana Alonso | Eli Cortinas (artists), Marwa Arsanios (artist and filmmaker), Jérémy Geeraert (a.o. Medibüro Berlin), Saraya Gomis (a.o. EOTO e.V.), Ayşe Güleç (author/activist), Gerhild Komander (art historian), Yasin El Hajj Saleh (writer), Klaus Lederer (Senator for Culture and Europe in Berlin), Ewa Majewska (philosopher), María do Mar Castro Varela (political scientist), Marina Naprushkina (artist), Johannes Paul Raether (artist) and many more.

12th - 14th of November 2020
Betonhalle – silent green Kulturquartier
Gerichtstraße 35
13347 Berlin

05. October 2020, 7 PM
Instagram Live Talk
Draft for a Consistent Mutation
by Övül Ö. Durmuşoğlu


Curated by  Övül Ö. DurmuşoğluSolvej Helweg OvesenKathrin Pohlmann as part of the two-year exhibition program "Soft Solidarity" of Galerie Wedding (2019-20)

Register: SoS (Soft Solidarity) – Assembly sos.anmeldung@galeriewedding.de

Press Inquiries: Wayra Schübel | ++49 17624854560

To ensure maximum hygiene procedures, the assembly takes place in strict accordance with current requirements. For more information see https://www.silent-green.net/hygienevorkehrungen/

SoS (Soft Solidarity) – Assembly. Creating New Forms of Solidarity
The 3-day SoS (Soft Solidarity) – Assembly brings together creative local collectives, new and old neighborhoods, temporary groups and allies virtually and physically in the Betonhalle of silent green Kulturquartier in Wedding.

Speakers, organizations and initiatives are invited to present their work and their vision and ideas of solidarity. This serves as a starting point to reflect on how the current crisis can be used as an opportunity to think about new forms of cultural work, networking, ecology and civil and political commitment, among other things, and to help shape the respective social structures and ways of life.

The Idea behind the SoS (Soft Solidarity) – Assembly
The planned meeting of local artists, thinkers and activist groups in the Betonhalle of the silent green Kulturquartier in Wedding bundles an ongoing process-oriented exchange of ideas, thoughts and values of solidarity, which we consider urgent. Within the framework of SoS (Soft Solidarity), the assembly forms a social and discursive platform as the conclusion of the eponymous two-year exhibition program "Soft Solidarity" at Galerie Wedding (2019-20).

Three Theme Clusters: "Revealing Weaknesses / Degrowth", "New Alliances / New Solidarities" and "Intimacy / Body / Spaces
The assembly starts on November 12th and is divided into three thematic clusters featuring keynotes, panels and artistic statements. It kicks off with the thematic complex "Revealing Weaknesses / Degrowth": Degrowth or post-growth is understood to be an economic and social system that aims at the well-being of all and the preservation of the ecological foundations of life. This requires a fundamental change within our lived-in world and a comprehensive cultural change of values. Which ambitions can replace previous dogmas of expansion and growth?

The second day focuses on "New Alliances / New Solidarities": Artists and cultural practitioners working collectively will come together to discuss the changing and emerging need for collaborative organization and possibly form new alliances. Which structural insights from the microcosm of the district of Wedding are applicable to the macrocosm of a European society? Which notions of diversity and integration need to be deconstructed in order to recompose them - and how can we continue to count on each other in the future, taking the meeting as a starting point?

Finally, the third thematic focus "Intimacy / Body / Spaces" raises new questions about the integrity and protection of bodies. What consequences and insights can be drawn from the global pandemic-related "social / physical distancing" practices in relation to health aspects? Featuring among others, Ayşe Güleç, anti-racist activist and cultural worker and Saraya Gomis, anti-discrimination expert and Co-Chairperson at EachOneTeachOne e.V., the program aims to grasp and raise awareness for the concept of the body in its political public sphere and its neglected protective measures.

The detailed program will be published in October.

The hosting institution: Galerie Wedding
The Gallery Wedding - Space for Contemporary Art is located in the Wedding City Hall. With its large window fronts facing Leopoldplatz, it functions as a membrane between everyday life, art and politics. The space and program is mainly known for its in-depth, context-specific solo projects with local artists from all over the world. In addition, the rooms of the municipal gallery have been temporarily converted into a waiting area, front desk and call area of the social welfare office as part of the pandemic plan.
The streets and buildings around the Wedding Gallery were the scene of the "Red Wedding" labor movement at the beginning of the 20th century, which was a stronghold of the KPD until the National Socialists seized power. Against the background of this history of the neighborhood, we want to meet with artists, thinkers and local grassroots organizations and initiatives to discuss the meaning of solidarity.

To ask the right questions, we first looked into our own neighborhood:  Who or what is it that still makes Wedding "red" today? How is someone integrated into Wedding? How do people from all over the world interact with each other in Berlin during this Covid-19 generated slowdown of neoliberal social processes? Do we invest enough socially and financially in every person who lives here, without leaving anyone behind? Which stories and encounters arise in this context, which are told and which still have to be told and made?



SoS (Soft Solidarity) – Assembly is supported by the Senate Department for Culture and Europe, Fonds für Spartenoffene Förderung Berlin.