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Jörg Immendorff, „Café Deutschland I“, 1978, Öl auf Leinwand, 282 x 330 cm, © Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

München, Haus der Kunst, 14.09.18 - 27.01.19

Jörg Immendorff: Für alle Lieben in der Welt 

Die Ausstellung schlägt den vollständigen Bogen von Immendorffs Anfängen an der Akademie über die gesellschaftspolitisch- agitatorische Werkphase der 1960er bis frühen 1980er-Jahre hin zu den allegorisch verschlüsselten Gemälden der letzten Schaffensperiode. Statt streng der Chronologie zu folgen, sind die nahezu 200 Werke und Skulpturen in dieser Retrospektive in Kapitel gegliedert und zeigen so die entscheidenden Schwerpunkte der Werkentwicklung.

Das Gemälde eines Babys mit roter Haut und Blumenstrauß aus dem Jahr 1966 gab der Ausstellung den Titel: „Für alle Lieben in der Welt“. Es ist Teil einer umfangreicheren Serie, die Babies unterschiedlicher Herkunft zeigt, pausbäckig und lachend, auf Einfachheit getrimmt „als Zeichen für Liebe und Frieden“ (Jörg Immendorff).
 
Mit seiner damaligen Lebensgefährtin Chris Reinecke verwirklichte Immendorff (1945-2007) von 1968 bis 1970 unter dem Etikett „Lidl“ neodadaistische Kunstaktionen. Für „Lidl“ – ein Fantasiebegriff der, mehrmals wiederholt, das Geräusch einer Babyrassel nachahmt – luden Immendorff und Reinecke in einen angemieteten Ausstellungsraum in der Düsseldorfer Altstadt und führten Happenings auf. Bei einer dieser Aktionen beschoss Immendorff, bekleidet mit Babymaske und Höschen, aus einer Pappkanone das Publikum mit Papierkügelchen, die Botschaften trugen wie „hapmi lieb“, oder auch, erneut, „Für alle Lieben in der Welt“.
 
Die Provokation bestand genau darin, dass Immendorff und Reinecke mit „Lidl“ den Themen Vietnamkrieg, Wettrüsten, Atomkraft und Umweltaktivismus, mit denen die Studentenrevolution atmosphärisch aufgeladen war, etwas betont Kindliches, Verspieltes entgegenhielten. Hinter dieser vermeintlichen Naivität gab es konkrete Bezüge zum Zeitgeschehen. Mit „Sport-Lidl“-Wettkämpfen beispielsweise protestierten Immendorff und Reinecke 1969 gegen die Olympischen Spiele, die 1972 in München ausgetragen werden sollten: Reinecke in der Disziplin Weitsprung, Immendorff in 100- Meter-Lauf.(off. press)


Agnieszka PolskaHorse Head, 2018© Agnieszka Polska

Berlin, Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, 27.09.2018 - 03.03.2019

 

AGNIESZKA POLSKA: THE DEMON’S BRAIN 

 

Der 9. Preis der Nationalgalerie wurde im Herbst 2017 an Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) verliehen. Aus diesem Anlass präsentiert der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin ab dem 27. September 2018 in der Historischen Halle eine Mehrkanal- Videoinstallation der Künstlerin, die eigens für ihre Einzelausstellung entstanden ist. 

 

In ihren Werken verbindet Agnieszka Polska Realfilm mit animierten Sequenzen. Ihre Bildsprache beruht auf der verschlüsselten Aneignung kultureller Erzeugnisse. Oft von einem irritierenden Unterton getragen, stellen Polskas suggestive Videos auf eine poetische Weise die Frage nach dem Zustand der gegenwärtigen Welt und der Verantwortung des Einzelnen. Ausgangspunkt von Polskas neuem Filmprojekt ist ein Schriftverkehr aus dem 15. Jahrhundert zwischen dem Verwalter der polnischen Salzbergwerke, Mikołaj Serafin, seinen Kreditgebern und Schuldnern sowie seinen Angestellten. In einem für die damalige Zeit einzigartigen Abkommen wurden die Bergwerke durch den König an Serafin verpachtet und funktionierten somit wie ein frühkapitalistisches Unternehmen innerhalb der feudalen Gesellschaftsordnung. 

 

In der raumgreifenden Video- und Toninstallation erzählt Polska die Geschichte des Boten, der Serafins Briefe übermittelt und selbst weder lesen noch schreiben kann. Eines Tages verirrt sich der Junge in einem Wald. Dort löst eine unerwartete Begegnung eine halluzinatorische Vision in ihm aus, in der sich christlichen Vorstellungen des Weltuntergangs mit heutigen Problemen und Theorien von Ressourcenverbrauch und Informationsökonomik verbinden. (off. press)



Reverse of Girl with Parrot by Pieter Cornelisz. van Slingelandt, Dutch, ca. 1654–75, SMK.

Kopenhagen, SMK, 8. Sept. 2018 - 10 März 2019

Flip Sides

SMK shows you an entirely new side to art as the museum turns selected works of art around to display their reverse. Called Flip Sides, this new exhibition is created on the occasion of the Golden Days festival and its theme, The B-sides of History.

The National Gallery of Denmark takes the theme of this year’s Golden Days festival quite literally. The B-sides of History is about all the things that lay hidden; those things you do not see at first glance. In this exhibition, the museum turns selected works of art around, allowing visitors to view their flip sides and explore the unseen stories that lie hidden around their back.
 
Some flip sides reveal an earlier work of art being recycled – or perhaps the early beginnings of a painting that was soon abandoned, causing the artist to simply turn the canvas around and start over. There may be coats of arms telling us about previous owners, or traces of restoration and conservation treatment.
 
When we flip over the Dutch painter Pieter Cornelisz. van Slingelandt’s Girl with a Parrot, we see that the oak frame has been given a light ground followed by a thin brown layer of pigment, just as if it were to be used as the front. At this time in art history, artists would often do this to their better panels in order to stabilise them. (off. press)
 


Der Tagliamento - der bedeutendste Wildfluss der Alpen. Foto: Bernhard Edmaier

München, Alpines Museum, bis 17. März 2019

Sonderausstellung

gerade wild. Alpenflüsse

Ort: Alpines Museum, Praterinsel 5, 80538 München

Alpenflüsse wie der Tagliamento in Italien, die Isel in Osttirol oder die Verzasca in der Schweiz sind wilde Schönheiten, die mittlerweile jedoch die Ausnahme in den Alpen darstellen: Begradigungen, Staudämme, Wehre und die intensive Nutzung der Auen verhindern die natürliche Dynamik an und in den Flüssen – auch in den Bayerischen Alpen. Diesem Thema widmet sich der Deutsche Alpenverein in der neuen Sonderausstellung „gerade wild. Alpenflüsse“ im Alpinen Museum auf der Praterinsel.

Die Ausstellung ist Teil des Verbundprojektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“. 18 Projektpartner – neben dem DAV auch der WWF, LBV, Bund Naturschutz, diverse Landkreise Oberbayerns und weitere Partner – arbeiten zusammen am Erhalt naturnaher Alpenflüsse und ihrer Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert. (off. press)

 


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