
Bremen, Kunsthalle, bis 26. Februar 2012
Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand
Erste Sonderausstellung nach der Wiedereröffnung der Kunsthalle Bremen widmet sich dem Werk Edvard Munchs und ergründet Rätsel auf und hinter Gemälden des norwegischen Künstlers. Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine außergewöhnliche Entdeckung: Während einer Untersuchung des Munch-Gemäldes „Das Kind und der Tod“ (1899) wurde im Jahr 2005 eine weitere Leinwand gefunden, die ein bisher unbekanntes Bild des Künstlers zeigt: „Mädchen und drei Männerköpfe“ (1895-98).
Kunsthallen-Direktor Emil Waldmann hatte das besagte Werk 1918 für 20.000 Mark als erstes Gemälde des Norwegers für ein deutsches Museum erworben und konnte nicht ahnen, dass das Bild ein weiteres Gemälde Munchs verbarg. Erst als das Munch Museum in Oslo im Rahmen der Vorbereitungen für das Werkverzeichnis des Künstlers darum bat, den Bremer Munch genauer zu untersuchen, entdeckte eine Restauratorin der Kunsthalle die zweite Leinwand. Das obere Bild wurde daraufhin abgespannt und auf einem eigenen Keilrahmen befestigt, so dass die Kunsthalle seit der Entdeckung zwei Werke Munchs zu ihrer Sammlung zählt.
Die neu entdeckte Komposition „Mädchen und drei Männerköpfe“ stellt einem zarten Mädchenakt drei stilisierte Männerfratzen gegenüber. Munch vereinigt in diesem Bild existenzielle Themen wie Unschuld und Begierde, Liebe und Tod, die ihn zeitlebens beschäftigt haben. Und doch bleibt das Werk höchst rätselhaft, denn die Komposition ist einzigartig in seinem OEuvre. Der spektakuläre Fund verlieh der Ausstellung ihren Namen: „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“.
„Die Ausstellung ergründet Munchs Motive und seine Bildsprache und untersucht die beiden Bremer Gemälde im Kontext seines Gesamtwerkes“, so Dr. Dorothee Hansen, Kuratorin der Ausstellung. Hochrangige Leihgaben stellen den Zusammenhang mit Munchs zentraler Werkgruppe, dem „Lebensfries“ her und spüren in acht Kapiteln den einzelnen Motiven wie dem der Pubertät, der Begierde, Masken, Liebe und Tod, Trauer und Angst sowie das Kind im Dialog mit dem Betrachter auch in den Zeichnungen und der Druckgraphik nach.
Zugleich geht es um die Frage, wie Munch seinen Bildern die eindrucksvolle Intensität verlieh. So entwickelte er einerseits – wie in dem neu entdeckten Bild – eine höchst künstliche Symbolik, andererseits schuf er erschütternde Ausdrucksfiguren, die den Betrachter unmittelbar berühren. Das stille Entsetzen des Kindes angesichts der toten Mutter erweist sich als eine Variante des berühmten Bildes „Der Schrei“. ... (off. press)
Berlin, Deutsches Historisches Museum, Pei-Bau, bis 4. März 2012
UNTER BÄUMEN - DIE DEUTSCHEN UND DER WALD
In der Industrienation Deutschland stehen die Wälder für eine der wichtigsten wirtschaftlichen Branchen: Fast 800.000 Beschäftigte in den holzverarbeitenden Betrieben erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 108 Milliarden Euro. Doch der deutsche Wald ist mehr als die bloße Summe seiner Bäume, mehr als eine von der Forstwirtschaft geformte Kulturlandschaft oder Ort der Freizeitgestaltung zwischen GPS-gestützten Wanderungen und Baumwipfelpfaden – der Wald ist auch eine Idee!
Voller Geschichten spiegelt er die Geschichte der Deutschen. Sie haben schon lange eine besondere Beziehung zum Wald und verknüpfen mit ihm seit der Romantik künstlerische, politische und wirtschaftliche Ansprüche. Die symbolische, spirituelle und märchenhafte Ausstrahlung des Waldes, aber auch seine ideologischen und politischen Aufladungen sind seit jeher Gegenstand der Dichtung, Kunst und Musik, der Wissenschaft und der Unterhaltung. Auf diese Weise hat sich der Wald tief im Bewusstsein der Deutschen verankert – nicht nur, wenn wir unter Bäumen wandeln.
Es ist genau diese besondere Beziehung, die in der Ausstellung „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“ visualisiert wird. Sie konzentriert sich zunächst auf die Zeit um 1800, in der Wald und Bäume zum Gegenstand einer wissenschaftlich fundierten Forstwirtschaft werden und zugleich die Literatur, die Musik und die bildende Kunst als Thema bereichern. Vor allem die Malerei – sie bildet das Herzstück der Ausstellung – formte Muster der Wahrnehmung, die unseren Blick auf den Wald prägen. Das zeigen namentlich die jüngeren Foto- und Videokünstler, die sich in erstaunlicher Kontinuität bis heute mit dem „deutschen Wald“ beschäftigen. Exemplarische Arbeiten der Gegenwartskunst beschließen die Ausstellung. (off.press)
München, Lenbachhaus-Kunstbau, bis 4. März 2012
EGON SCHIELE: »DAS UNRETTBARE ICH« – Werke aus der Albertina
Egon Schiele ist einer der populärsten Künstler der Moderne. Sein Werk wird wie bei kaum einem anderen Künstler mit seiner Biografie in Verbindung gebracht. Dabei gerät häufig aus dem Blickfeld, wie sehr seine Bilder mit kulturellen Diskursen seiner Zeit in Zusammenhang stehen. Zu spektakulär erscheinen die turbulente Beziehung zu seinem Modell Wally, der Aufenthalt im Gefängnis sowie sein früher Tod. So wurden Schieles bekanntesten Arbeiten – provokative Aktdarstellungen und pathologisch wirkende Selbststilisierungen – vielfach herangezogen, um diesen engen Fokus auf das Biografische zu bestätigen und das öffentliche Interesse an seinem Privatleben zu bedienen.
Diese Ausstellung bietet eine Revision des immer noch weit verbreiteten Künstlermythos Schiele und eröffnet einen neuen Zugang zu seinem Werk: Der Schwerpunkt soll von der Biografie auf die Kunst in ihrem zeitgenössischen Kontext gelenkt werden. Dank einer umfassenden Auswahl von Aquarellen und Zeichnungen aus dem Bestand der Wiener Albertina – der weltweit bedeutendsten Sammlung von Schieles Werken auf Papier – können alle grundsätzlichen Themen seiner Kunst aufgezeigt werden. Die Auseinandersetzung mit der Krise des Individuums um 1900, die der Literatur- und Kulturtheoretiker Hermann Bahr unter dem Motto „Das unrettbare Ich“ zusammenfasste, nimmt dabei eine herausragende Stellung ein. (off. press)
Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfahlen, K21 STÄNDEHAUS, bis 1. April 2012
Erleben und Erinnern von Zeit stehen im Mittelpunkt von Big Picture II (Zeitzonen): Die 19 zumeist raumgreifenden Werke umfassen bewegte ‚Zeit-Bilder‘ als Film- und Video ebenso wie installative Arbeiten. Im eigens dafür gestalteten Untergeschoss von K21 Ständehaus werden damit unterschiedlichste Formen der „Sichtbarmachung“ und der Erfahrung von Zeit erlebbar. Konzepten des vermeintlich schieren Registrierens von Zeit stehen eher erzählerische Dispositionen von historischer Zeit entgegen.
So reicht die Ausstellung von On Kawaras Soundarbeit One Million Years als Untersuchung des Phänomens Zeit bis zu Ana Torfs’ Rückgriff auf den Prozess zum Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Jahr 1920. Eine ganze Reihe von Videos aus 40 Jahren erinnert in Big Picture II auch an die Düsseldorfer Kunstprofessorin Nan Hoover, die in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre. Kennzeichnend für die Werke der 2008 gestorbenen Video-Pionierin ist das Phänomen der „Zeitdehnung“ durch einen verzögerten Rhythmus der Bilder.
Fast 40 000 Besucher haben seit vergangenem März Big Picture (Orte/Projektionen) als Start der insgesamt dreiteiligen Reihe gesehen. Die neue Präsentation Big Picture II (Zeitzonen) setzt nun das Projekt des „großen Überblicks“ über die relativ neue Gattung raumgreifender Film- und Video-Installationen fort, die nur mit großem technischen Aufwand und daher nur äußerst selten gezeigt werden können. Bis auf zwei Leihgaben stammen alle präsentierten Werke aus dem Besitz der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. (off. press)
Berlin, Neue Nationalgalerie, 12. Februar 2012 bis 13. Mai 2012
Am 9. Februar 2012 feiert Gerhard Richter seinen 80. Geburtstag. Zu diesem Anlass richtet die Nationalgalerie gemeinsam mit der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris eine umfassende Retrospektive seines OEuvres aus. Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie.
Etwa 150 Gemälde aus allen Schaffensphasen des umfangreichen Werkes vermitteln in einer pointierten Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, einen Einblick in das thematisch wie stilistisch facettenreiche Schaffen. Kanonisch gewordene Bilder, wie das der die Treppe herabsteigenden Ema (1966) und der sich vom Betrachter abwendenden Betty (1988), werden mit selten oder noch nie gezeigten Arbeiten kombiniert – zentrale Beispiele einer Schaffensphase oder Werkgruppe werden mit Einzelgängern und Vorweggriffen auf Späteres in Bezug gesetzt. In einer weitestgehend chronologisch strukturierten Ausstellungsdramaturgie wird das Zwiegespräch zwischen Abstraktion und Figuration als ein sich über alle Jahrzehnte fortsetzender Dialog deutlich werden, ein Dialog, der sich bereits im allerersten Gemälde aus Richters Werkkatalog, dem ebenfalls gezeigten Werk Tisch von 1962 ankündigt.
Die von Gerhard Richter vielseitig vorangetriebene Befragung des Mediums der Malerei führt – und auch dies will die Ausstellung zeigen – auf konsequente Weise zu ihrer Übertretung. Das Bild als Fläche, als Fenster, als Durchblick und Blickfeld leiten hinüber zu Richters Auseinandersetzung mit Spiegeln und Glasscheiben, in der die Frage nach der Möglichkeit von Repräsentation kulminiert. An diesem Punkt entsteht eine Korrespondenz ganz eigener Art: Richters Glasscheiben und gläserne Stellwände, wie auch seine in täuschendem Illusionismus gemalten Wolkenund Fensterbilder treten in einen beziehungsreichen und charmanten Dialog mit Mies van der Rohes auf Durchlässigkeit angelegten Architektur des Gebäudes der Neuen Nationalgalerie. Eigens für die Berliner Ausstellung verwirklicht Gerhard Richter erstmals die Version I seiner abstrakten, aleatorischen Arbeit 4900 Farben, die, über 200 Meter hinweg, die gesamte Ausstellung umrahmen werden. (off.press)
München, Haus der Kunst, 03.02 - 13.05.12
Die Ausstellung gibt einen Einblick in Sasnals Arbeit von 1999 bis zur Gegenwart. Sie zeigt über 60 Gemälde und eine Auswahl seiner Filme.
Wilhelm Sasnal (geb. 1972 in Tarnow, Polen), der international bereits durch eine Reihe von Einzelausstellungen auf sich aufmerksam gemacht hat, findet seine Motive im Alltag und in den Medien. Dabei reicht seine Bildwelt von Porträts seiner Angehörigen und Freunde bis zu Ikonen der Popkultur; vom Nachrichten-Foto eines jungen Mädchens in den Trümmern der Tsunami-Katastrophe in Japan bis zu beklemmenden Kapiteln aus der polnischen Geschichte wie den Zweiten Weltkrieg einschließlich Holocaust. Wie ein Pendel schwingen seine Bilder ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her.
Stilistisch verschmilzt Wilhelm Sasnal Romantik mit Realismus, Pop mit Abstraktion. Die Ausbildung an der Krakauer Akademie der Schönen Künste, das Anfertigen von Stillleben, Akten und die Beschränkung auf Kunstgeschichte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts fand er "sehr technisch" und lebensfern: "Mein Leben war völlig anders als das, was die Bilder zeigten, auf die ich Bezug nehmen sollte; deshalb wollte ich malen, was um mich her vorging." (Wilhelm Sasnal im Gespräch mit Achim Borchardt-Hume, Hauptkurator, Whitechapel Gallery, London).
Malerei ist für Wilhelm Sasnal weder "eine einsame Übung", noch ein "Rückzug aus der Gesellschaft". Seine Bilder drücken eine Haltung zu bestimmten Dingen aus obwohl sie weder deskriptiv sind, noch darauf zielen, bestimmte Aspekte der Welt zu kritisieren oder zu loben. Wilhelm Sasnal ist der Ansicht, dass sich Malerei gleichzeitig auf sich selbst und auf die Welt beziehen kann. Ein Beispiel hierfür ist sein Bild "Bathers at Asnières" (2010), das direkt Bezug nimmt auf Georges Seurats gleichnamiges Gemälde von 1883/84. "Die Melancholie gefällt mir, und dass alle Leute, obwohl es ein schöner Tag ist, ganz vereinzelt sind", sagt Wilhelm Sasnal. Darüber hinaus erinnert ihn Seurats Gemälde an den Ort seiner Kindheit und an die Geschichten, die seine Großmutter über den Sommer des Jahres 1939 erzählt hat; dieser Sommer kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war so heiß, dass die Leute ihre Tage am Fluss verbrachten. (off. press)
Madrid, Museo Thyssen-Bornemisza, 28 February to 20 May 2012
INTO INDIA.
South Asian Paintings from the San Diego Museum of Art
From 28 February, the Museo Thyssen-Bornemisza will be holding the first exhibition in Spain of a selection of South Asian paintings from the San Diego Museum of Art, California. The exhibition will offer visitors a unique opportunity to appreciate the entire evolution of Indian painting from the 12th to the mid-19th centuries through 106 paintings, prints and manuscripts. Together they reveal the remarkable capacity of the artists who created them to adapt and modify their traditional styles without losing their uniquely Indian character.
Assembled by Edwin Binney (1925-1986) and comprising nearly 1,500 works, this exceptional collection is defined by its encyclopaedic, academic nature, as a result of which it offers a comprehensive survey of the history of Indian art. Binney’s aim was to ensure that every expert in South Asian artist found a key work in relation to their particular subject of research in his collection. According to Professor Pramod Chandra of Harvard University, one of the first experts on Indian art: “The collection includes numerous works of outstanding quality, both in themselves and for the way that they cast light in an exceptional manner on the nature of a style. I know of no other collection assembled by a single person that has achieved that aim, which is so difficult and requires so much thought.”
Indian painting varies considerably from region to region and also depends on period and class structure, although it also reveals shared characteristics that survive across time and geography, including the above-mentioned flexibility of the artists in question and in particular their minutely detailed, painstaking approach. The use of extremely fine brushes, sometimes made with just two hairs, and of magnifying glasses allowed artists to paint these works, which are almost miniatures, encouraging the viewer to study them at length in order to appreciate the wealth of details in the depiction of figures, backgrounds and landscapes. (off. press)
Kochel am See, Franz Marc Museum, 29. Januar – 27. Mai 2012
„Ich ist ein anderer“ – Gesichter einer Epoche Kirchner, Klee, Picasso
Die Entwicklung des Bildnisses in der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt eine Sicht des Menschen, der sich der eigenen Identität nicht mehr sicher sein kann. Angelehnt an ein Zitat des französischen Dichters Arthur Rimbaud, der bereits 1871 das Befremden dem eigenen Handeln und Befinden gegenüber in dem Satz „Ich ist ein anderer“ ausdrückte, zeigt das Franz Marc Museum eine Ausstellung mit Bildnissen aus einer Epoche des gesellschaftlichen und künstlerischen Umbruchs. Zwischen dem kubistisch inspirierten Portrait der „Fernande“ (1909) von Pablo Picasso und einer Serie gezeichneter Physiognomien Paul Klees von 1939 wird ein Panorama des Bildnisses in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entfaltet.
Gezeigt werden u.a. graphische Portraits, Gemälde und Skulpturen von: Pablo Picasso, Alexej von Jawlensky, Oskar Kokoschka, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Ludwig Meidner, Wilhelm Lehmbruck, Otto Dix, Paula Modersohn Becker und Paul Klee.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft. Hrsg.: Franz Marc Museumsgesellschaft mbH, Cathrin Klingsöhr-Leroy (off. press)
Liverpool, Tate Liverpool, 24 February – 27 May 2012
Free Entry
ARTIST ROOMS returns to Tate Liverpool in 2012, with a display of seven important works from Turner Prize winning artist Martin Creed (b. 1968). These works have recently been donated by Creed jointly to Tate and National Galleries of Scotland for the ARTIST ROOMS collection. Creed is the first new contemporary artist to join the collection since it was established in 2008.
Born in 1968 in Wakefield, Creed grew up in Glasgow. He studied at the Slade School of Fine Art, and has exhibited extensively worldwide.
The seven works presented in ARTIST ROOMS Martin Creed are in a range of different media including a neon installation, Work No. 890 (Don’t Worry) 2008, a 21-part drawing, Work No. 944 2008 and a recent series of four paintings from 2011.
Refreshing, unexpected and humorous, Creed’s work challenges our preconceptions and rearranges the rules of conceptual art.
ARTIST ROOMS is jointly owned by Tate and National Galleries of Scotland and was established through The d’Offay Donation in 2008, with the assistance of the National Heritage Memorial Fund, the Art Fund and the Scottish and British Governments. ARTIST ROOMS On Tour is an inspired partnership with the Art Fund – the fundraising charity for works of art, making the ARTIST ROOMS collection of international contemporary art available to galleries throughout the UK.
Stuttgart, Staatsgalerie, bis 28. Mai 2012
Turner - Monet - Twombly
Later Paintings
William Turner (1775-1851), Claude Monet (1840-1926) und der erst vergangenen Sommer verstorbene Cy Twombly (1928-2011) zählen zu den herausragenden Künstlern der letzten 200 Jahre. Erstmals in Deutschland treffen in der Staatsgalerie Stuttgart knapp 70 Spätwerke der drei Künstler, darunter allein 20 Gemälde von Monet, aufeinander. In einer großzügigen Hängung entstehen - teilweise über die Raumgrenzen hinweg - faszinierende Zusammenspiele zwischen den farbintensiven Bildern. Durch die Gegenüberstellungen wird eine Vielzahl tieferliegender Bezüge zwischen Turner, Monet und Twombly aufgedeckt: Sie treffen sich nicht nur in der Art und Weise, wie sie mit Farbe experimentieren, die Möglichkeiten der Malerei ausloten und dabei in einer für die Zeitgenossen nicht immer verständlichen Weise mit der Tradition brechen. Ihre Werke berühren ähnliche Motive und Themen: Sie setzen sich mit Tod und Vergänglichkeit auseinander, mit Veränderungen im Fluss der Zeit, mit der Natur als friedlichem Rückzugsort, aber auch mit der Natur als Bedrohung des Menschen.
Dialog der Künstler
Das Prinzip der Ausstellung ist der Dialog: Einzelne Werke der Maler treten auf radikale Weise zueinander in Beziehung. Es wird hier keine Geschichte der Abstraktion erzählt, für die Turner, Monet und Twombly mit unterschiedlichen Anteilen stehen; vielmehr geht es um formale und motivische Korrespondenzen zwischen einzelnen Gemälden und innerhalb von Werkgruppen. Der Betrachter erlebt ganz harmonische Sektionen wie den Eröffnungsabschnitt "Atmosphäre", der dominiert wird von einer zurückhaltenden Farbigkeit und einer erstaunlichen Ähnlichkeit der drei Künstler in Bezug auf die Farbwirkung. Er wird aber auch mit provokativen Kontrasten konfrontiert, etwa wenn er Cy Twomblys fünf Meter lange Leinwand "Untitled (Blooming: A Scattering of Blossoms and Other Things)" (2007) in einem Raum mit Monets "Nymphéas" (1916-1919) aus der Fondation Beyeler vorfindet: eine abstrakte rote Komposition auf knallgelbem Grund trifft auf Monets subtil ausgewogene blaugrüne Farbstimmung. (off. press)
London, Tate Britain, bis 3. June 2012
Romance is in the air in the Clore Gallery, a major new display presents Romantic art in Britain, its origins, inspirations and legacies. Drawn from Tate's collection, it showcases major works by Henry Fuseli, JMW Turner, John Constable and Samuel Palmer, as well as newly-acquired works by William Blake. From Turner's reinvention of landscape to Blake's visionary histories, the display reveals the imagination and innovations of a generation defined by belief in creative freedom, rather than tradition or style. In addition, two rooms look at the legacy of The Romantics, presenting work by Graham Sutherland and others. (off. press)