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El Anatsui, Stressed World, 2011, Aluminum and copper wire, 174 x 234 inches (442 x 594.4 cm), © El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York
El Anatsui, Gbeze, 1979, Ceramic, manganese, © El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York

München, Haus der Kunst, bis 28. Juli 2019

El Anatsui. Triumphant Scale

El Anatsuis Überblicksausstellung "Triumphant Scale" im Haus der Kunst ist seine erste Überblicksausstellung in Europa, und die bislang umfangreichste Ausstellung seines Werks. Sie erstreckt sich auf den gesamten Ostflügel des Hauses und zeigt zentrale Werke aus fünf Jahrzehnten künstlerischen Schaffens. Im Mittelpunkt der Ausstellung, die sich auf das Triumphale und Monumentale konzentriert, stehen die typischen Arbeiten aus Flaschenverschlüssen aus den letzten zwei Jahrzehnten – Werke von imposanter Präsenz und in schillernden Farben. Daneben werden auch die weniger bekannten Holzskulpturen und Wandreliefs von Mitte der 1980er- bis zu den späten 1990er-Jahren gezeigt, Keramikskulpturen aus den 1970er-Jahren sowie Zeichnungen, Drucke und Skizzenbücher.

Die Ausstellung zeigt El Anatsuis unermüdliche Beschäftigung mit der Frage, wie aus den reichhaltigen plastischen Innovationen klassischer und traditioneller afrikanischer Kunst ein zeitgenössisches Skulpturkonzept entwickelt werden kann. Beharrlich hat El Anatsui auf eine Transformation der formalen und plastischen Möglichkeiten des afrikanischen skulpturalen Idioms hingearbeitet und sein Material und seine Kompositionstechniken immer wieder und mit erstaunlichem Effekt neu formatiert – von den frühen kleineren, mit gekratzten Markierungen versehenen Holzreliefs und zerbrochenen Keramikformen bis zu den monumentalen Zementskulpturen unter freiem Himmel und den jüngsten sehr großen, spektakulären Wand- und Bodenarbeiten aus Metall, die die Grenzen zwischen Plastik, Malerei und Assemblage verwischen. Unter El Anatsuis Händen verschmelzen Licht, Form, Farbe, Transparenz und Körperlichkeit zu beeindruckenden und triumphalen Kunstwerken.

El Anatsuis Broken Pot-Serie aus den 1970er-Jahren zeichnet sich durch den Einsatz von negativem Raum und durch Fragmentierung als Strukturprinzip aus und ist als metaphorische Aussage über Leben, Geschichte und Gedächtnis zu lesen. Die Holzarbeiten des nächsten Jahrzehnts stellen Intimität her, und zwar weniger durch ihre verhältnismäßige Kleinheit als vielmehr durch die eingeritzten Markierungen, die von den Adinkra-Zeichen der Akan, den Uli-Motiven der Igbo oder durch westafrikanische Schreibsysteme wie die Nsibidi-, Bamun- und Vai-Schriften inspiriert sind. Die Holzskulpturen weisen auch charakteristische gestische Markierungen auf, die mit einer Kettensäge angebracht wurden. Die etwa ab 2000 entstandenen Metallskulpturen schließlich überwältigen den Betrachter durch ihre Pracht und imposante Größe, faszinieren aber, wenn man näher herangeht, auch durch ihre juwelenartigen Details. (off. press)

 



Vincent van Gogh (1853 – 1890), Sunflowers, 1888, Oil paint on canvas, 921 x 730 mm, © The National Gallery, London/ Bought, Courtauld Fund, 1924

London, Tate Britain, until 11 August 2019

The EY Exhibition: Van Gogh and Britain

will be the first exhibition to take a new look at the artist through his relationship with Britain. It will explore how Van Gogh was inspired by British art, literature and culture throughout his career and how he in turn inspired British artists, from Walter Sickert to Francis Bacon.

Bringing together the largest group of Van Gogh paintings shown in the UK for nearly a decade, The EY Exhibition: Van Gogh and Britain will include over 45 works by the artist from public and private collections around the world. They include Self-Portrait 1889 from the National Gallery of Art, Washington, L'Arlésienne 1890 from Museu de Arte de São Paolo, Starry Night on the Rhône 1888 from the Musée d’Orsay, Paris, Shoes from the Van Gogh Museum, Amsterdam, and the rarely loaned Sunflowers 1888 from the National Gallery, London. The exhibition will also feature late works including two painted by Van Gogh in the Saint-Paul asylum, At Eternity’s Gate 1890 from the Kröller-Müller Museum, Otterlo and Prisoners Exercising 1890 from the Pushkin State Museum of Fine Arts, Moscow.

Van Gogh spent several crucial years in London between 1873 and 1876, writing to his brother Theo, ‘I love London’. Arriving as a young trainee art dealer, the vast modern city prompted him to explore new avenues of life, art and love. The exhibition will reveal Van Gogh’s enthusiasm for British culture during his stay and his subsequent artistic career. It will show how he responded to the art he saw, including works by John Constable and John Everett Millais as well as his love of British writers from William Shakespeare to Christina Rossetti. Charles Dickens in particular influenced Van Gogh’s style and subject matter throughout his career. L'Arlésienne 1890, a portrait he created in the last year of his life in the south of France, features a favourite book by Dickens in the foreground.

 

The exhibition will also explore Van Gogh’s passion for British graphic artists and prints. Despite his poverty, he searched out and collected around 2,000 engravings, most from English magazines such as the Illustrated London News. ‘My whole life is aimed at making the things from everyday life that Dickens describes and these artists draw’ he wrote in his first years as a struggling artist. He returned to these prints in his final months, painting his only image of London, Prisoners Exercising, from Gustave Doré’s print of Newgate Prison. (off. press)

 


Théodore Gudin, Boote am Strand bei Ebbe, um 1840, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Christoph Heilmann Stiftung, Foto: Lenbachhaus

München, LENBACHHAUS, bis 18. AUGUST 2019

 

NATUR ALS KUNST

 

 

Nach einer zweijährigen Tournee durch Deutschland kehrt die Sammlung der Christoph Heilmann Stiftung im März mit einer Ausstellung ins Lenbachhaus zurück. In einem ungewöhnlichen Münchner „Gipfeltreffen“ werden in der Ausstellung Natur als Kunst die Gemälde der Heilmann-Sammlung mit Fotografien aus dem Münchner Stadtmuseum in einen konstruktiven Dialog treten. Zwei der innovativsten Bildmedien des 19. Jahrhunderts – die freimalerische Ölskizze und die präzise Naturfotografie – revolutionierten jedes auf seine Weise das Landschaftsbild.

 

Im 19. Jahrhundert wurden für die Darstellung der Natur neue Motive, neue Techniken und neue Arbeitsbedingungen wirksam. Die Landschaftsmaler und bald darauf auch ihre Kollegen, die Fotografen, tauschten das Atelier gegen das Reisen und den inneren Imaginationsraum gegen das Erlebnis der freien Natur. Wie sahen, malten und fotografierten sie die Natur? Landschaftsmaler wie Fotografen verließen die etablierten Reiserouten, schlugen abseitige Wege ein. Sie setzten sich eingehend mit dem Wetter in seinen unterschiedlichen Erscheinungsweisen auseinander und studierten aufmerksam besondere geologische Phänomene. Nicht mehr nur im Süden, auch in der heimischen, wilden und rauen Natur des Nordens fanden sie ihre Motive. Sie wandten sich dabei gänzlich Unspektakulärem zu und erkannten in Verwitterungsstrukturen und in Licht- und Schattenspielen eine andere Art von Schönheit.

 

 

Mit der wissenschaftlichen Erforschung der Natur ging das Aufblühen einer künstlerischen Gattung einher, die den radikalen Bruch mit der Tradition des klassischen Landschaftsbildes vollzog und den Aufbruch von Malerei und Fotografie in die Moderne einleitete. Zumeist waren es an den Kunstakademien ausgebildete Maler wie Giacomo Caneva oder August Kotzsch, die nun ihre Kamera im Unterholz, auf der Wiese oder vor fließenden Gewässern aufbauten, um flüchtige Natureindrücke wirklichkeitsgetreu zu erfassen. Im breiten Umfang fanden diese fotografischen Naturstudien seit 1855 Eingang in die Künstlerateliers. Umfassende Sammlungen fotografischer Baum-, Wolken- und Tierstudien dienten den Malern – ähnlich wie ihre eigenen naturnahen Ölskizzen – als Gedächtnisstütze oder als Korrektiv ihrer künstlerischen Wahrnehmung. (off. press)

 


Pipilotti Rist, „Homo sapiens sapiens“, 2005, Audio-Video-Installation (Videostill), Pipilotti Rist, Courtesy: die Künstlerin, Hauser & Wirth und Luhring Augustine

Berlin, Martin Gropius Bau , vom 26. Juli bis 1. Dezember 2019

Garten der irdischen Freuden

Vom 26. Juli bis 1. Dezember 2019 bietet die Ausstellung Garten der irdischen Freuden im Gropius Bau in der Zusammenschau politischer und poetisch-sinnlicher Positionen gleichermaßen Raum für Inspiration und kritische Reflexion: Über 20 internationale Künstler*innen interpretieren das Motiv des Gartens als eine erweiterte Metapher für den Zustand der Welt, um die komplexen Zusammenhänge unserer chaotischen und zunehmend prekären Gegenwart zu erforschen.

 

Seit Jahrhunderten arbeiten Künstler*innen mit dem Motiv des Gartens als Ort der Inspiration und kritischen Reflexion. In der heutigen Zeit, die durch einen radikalen Klimawandel und Migrationsbewegungen bestimmt ist, wird der Garten als poetische Ausdrucksform und Kristallisationspunkt fundamentaler Aspekte menschlicher Existenz zu einem Instrument, um unsere Gegenwart in all ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit zu erkunden.

Neben der klassischen Lesart des Gartens als einem abgeschlossenen und begrenzten Sehnsuchtsort voll meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten, wird er in der Ausstellung als ein Ort der Dualität und des Widerspruchs sowie eine Metapher für einen Zustand des Ausgegrenztseins begriffen: als ein Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Utopie und Dystopie, Harmonie und Chaos, Eros und Perversion, Natürlichkeit und Künstlichkeit, dem Ausgeschlossen- und dem Teilsein – ein Paradies, dem das bedrohliche Gefühl der Vertreibung innewohnt. Die zahlreichen Perspektiven der Ausstellung spiegeln sich auch in der Auswahl der präsentierten Medien wieder, die Installation, Performance, Film und Sound, Gemälde, Fotografie, Zeichnung und Skulptur umfassen. 

Garten der irdischen Freuden reflektiert die Idee des Gartens auch politisch und aus unterschiedlichen kulturellen und philosophischen Blickwinkeln. Durch eine Vielzahl zeitgenössischer künstlerischer Positionen verhandelt die Ausstellung soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, Kolonialisierung, Globalisierung, Kapitalismus sowie Gentrifizierung und zeigt Strategien, die den Garten subversiv instrumentalisieren und so zum politischen Nährboden formen. (off. press)

 


Cao Fei, Asia One, 2018 (still), Multichannel color video installation, with sound, dimensions variable, © Cao Fei

Berlin, Kulturforum Sonderausstellungshallen, September 5, 2019 – January 26, 2020


Micro Era. Media Arts from China 

 

A special exhibition of the Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin and the Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch e.V. (GeKA e.V.), as part of the twin city anniversary of Berlin and Beijing. Funded by the LOTTO-Stiftung Berlin.


The special exhibition „Micro era. Media Arts from China“ at the Kulturfo- rum in Berlin will showcase media arts from multiple generations of Chi- nese artists. It is organised by a Chinese-German team of curators and features four artists who are currently based in China: Cao Fei (*1978), Lu Yang (*1984), Fang Di (*1987) and Zhang Peili (*1957). 

 

From documentary film pictures, and the adapted use of classic film lan- guage to the aesthetics of Japanese anime, the works of art in this exhibi- tion focus on and explore relationships between mind, body and technolo- gy, with installations and single-channel-videos ranging from the 1990s to the present. The title „Micro Era“ refers to the eponymous short story by the widely translated and published Chinese science fiction author Cixin Liu (2013) that tells of a future far from the belief in human predominance. 

 

Historically, within a Euro-American context, video art is often regarded as a democratising art form – through the rapid circulation of information and global events by fast-access technologies. The artists participating in the exhibition scrutinise this thesis of democratisation by reflecting in their visual language the mass production of goods as well as how images and virtual subjectivities are produced and consumed. What role does the hu- man play in a time of digital consumption? How do the artists understand their world through imaging technology, then and now? (off. press)



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